Höhenangst auf Hängebrücken

Höhenangst auf Fussgängerhängebrücken

 

Eigentlich kann man Höhenangst (Akrophobie) ja nicht auf Hängerücken eingrenzen, entweder man hat Höhenangst oder man hat keine Höhenangst. Trotzdem möchte ich nur im Zusammenhang der luftigen Fussgängerhängebrücken auf dieses Thema eingehen.

Eigentlich sollte es auf der Brücke Hochgefühl statt Angstgefühl geben. So geht es jedenfalls mir und ich geniesse das sehr. Es ist wie “ein Schuss Leben”. Und wenn die Reise und der Weg zur Brücke und zurück ebenfalls schön waren, kann ich über längere Zeit davon “zerren”.

Da die meisten Hängebrücken in der Natur eingebettet sind befreit bereits die reine Luft in ihrer Nähe. Der sorglose Blick über Wälder, Bergketten, Auen und/oder Wiesen entspannt das ganze Wesen. Je länger diese Zeit, um so weiter weg ist der Stress des Alltags.

 
Und in diesem Umfeld steht sie plötzlich da: Die Hängebrücke!
 

Alleine schon beim Gedanken diese Fussgängerhängebrücke zu überqueren bereiten sich bei sehr vielen Menschen gemischte Gefühle aus.

Trotzdem gehen die meisten dann über die Brücke und merken schon nach wenigen Schritten, dass es sich sehr gut anfühlt. Einige brauchen halt etwas mehr Überwindung, andere machen das locker, aber alle haben Spass daran.

Tja, dann aber gibt es noch die Leute, für die eine solche Überquerung mehr als eine Überwindung ist. Urängste und Höhenschwindel kommen ins Spiel. Aber die bewusste Auseinandersetzung mit dieser Art von Urangst kann auch helfen, im Alltag gelassener mit Stress und Angst umzugehen.

Wenn bereits der Anblick der Hängebrücke die Knie erweichen, den Mund austrocknen, die Herzfrequenz erhöhen und sich eine diffuse Angst ausbreitet, dann braucht es einiges an Wissen, Willen und Mut, um trotzdem mit einem stolzen Lächeln auf die andere Seite der Brücke zu kommen. Aber es geht!

Erst einmal: Die Höhenangst ist eine Urangst. Und wie jede Angst ist auch diese Angst wichtig für uns. Wir brauchen sie damit wir nicht unüberlegt ein zu grosses Risiko eingehen.

Bei der Fussgängerhängebrücke wissen wir aber dass kein Risiko besteht. Sie ist fest verankert, der Boden hält, von Abstürzen haben wir auch noch nie etwas gehört. Also von der rationellen Seite her ist alles klar. Trotzdem braucht es jetzt noch entsprechende Verhaltensmassnahmen. Deshalb hier diese Tipps:
 

  • Nicht nach untern schauen. Ein Klassiker unter den Tipps aber einer der Wichtigsten. Trotzdem ist es gar nicht so einfach, sind wir doch darauf programmiert zu schauen, wohin wir laufen.
     
  • Wenn möglich mit einer Hand immer wieder Kontakt zum Geländer suchen. Ab und zu sogar gut wenn die linke Hand mit dem linken Geländer und gleichzeitig die rechte Hand mit dem rechten Geländer den Kontakt hat.
     
  • Immer ein Ziel vor Augen haben. Oft hat man auf der Brücke keinen festen Orientierungspunkt. Deshalb ist es sehr Vorteilhaft, wenn zB der Brückenkopf als Fixpunkt mit den Augen avisiert wird. Alternativ kann auch der Rücken eines “Vorläufers” benutzt werden.
     
  • Ideal ist es natürlich, wenn eine Begleitperson mit dabei ist. Ablenkende, oberflächliche Gespräche sind sehr hilfreich, Hauptsache die Stimme ist ruhig. Auch der gelegentliche Augen- und Körperkontakt zur Begleitperson ist sehr unterstützend.
     
  • Spüre wie die Füsse auf dem festem Material der Lauffläche aufsetzen ohne aber nach untern zu schauen. Einschiessende Gefühle des Unwohlseins akzeptieren ohne sie fest zu halten.
     
  • Und dann das Atmen. Bewusstes, langes und tiefes Atmen. Atmen ohne Hast und Rast, so gleichmässig wie möglich, wenn nötig auch richtig Übertreiben, Hauptsache Atmen.
     
  • Nie überlegen was hinter einem liegt, nie überlegen wie weit es noch bis zum Brückenende ist. Schritt für Schritt, Meter für Meter mit dem Ziel in den Augen dem Ziel entgegen.
     
  • Unbedingt darauf achten, das das Tempo nicht erhöht wird. Ruhig, zügig und kontinuierlich vorwärts gehen. Schnelles Gehen macht instabil.
     
  • Je nach Typ auf der Brücke einmal Anhalten und den Ausblick geniessen oder auch nicht (mit oder ohne nach untern zu schauen).

 

Und nicht vergessen wenn du drüben angekommen bist:
 
Sei stolz auf dich, geniesse das Hochgefühl, juble wenn dir danach ist, lächle, spüre die Hühnerhaut vor Glück, setz dich oder tanz, egal, du bist du und du hast es geschafft.

Und ja, Hängebrücken können süchtig machen 😉

 

Neben bei:

  • Die entsprechende Hängebrücke mit “bedacht” Auswählen.
     
  • Adrenalin ist eigentlich ein Stresshormon aber kann mit anderen Botenstoffen zusammen richtige Glücksgefühle auslösen.
     
  • Solche “Übungen” wie das überwinden der Höhenangst bei einer Hängebrücke kann auch im Alltag viel positives bewirken. Vielleicht mehr positives als du dir vorstellen kannst.
     
  • Zudem ist das Überqueren von Hängebrücken auch eine Gewohnheitssache. Oder anders gesagt, auch hier kann es heissen: Übung macht den Meister.

 

 

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